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Home Trachten Geschichte
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Volkstracht

Auf dass jeder seinen Rang in der Gesellschaft kenne, erläßt Kurfürst Maximilian I., wie schon etliche seiner Vorgänger, 1626 eine Kleiderordnung. Sie bestimmte Schnitt, Material und Preis der Kleidung, diente der Kennzeichnung der Gesellschaftsklassen und zur Aufrechterhaltung der Standesunterschiede. Dem Bauern und dem gemeinen Volk auf dem Lande wollte man keine Kleidung zugestehen, wie sie der Adel oder die Bürger trugen. Die Kleiderordnung teilt die Bevölkerung in sieben Gruppen ein:

- Bauern
Bürger
Kaufleute
- Gewerbeleute
Geschlechter
- Ritterschaft
- Adel, Doktoren, Grafen

Das Landvolk darf nur inländische Stoffe tragen; alle kostbaren Tücher sind ihm verboten, ebenso jeder Schmuck außer einem silbernen Ehering. Dem Bürger wiederum ist es gestattet, bis zu zwei Ringe ohne Steine zu tragen. Der Wert der Ringe darf allerdings 10 bis 12 Gulden nicht übersteigen. Der Adel hat das Privileg, Schmuck und Edelsteine im Wert von 500 bis 600 Gulden anzulegen. Die Vorschriften des Gesetzes gehen bis ins kleinste Detail. 

1644 beauftragte der bayerische Churfürst dann seine Landgerichte, für eine ständische Kleiderordnung zu sorgen. So entwickelte sich eine regional, von Stand und Beruf abhängige Volkstracht.

In unserer Heimatstadt Moosburg wurde bis ca. 1880 die so genannte „Hallertauer Tracht" getragen.

Im 18. Jahrhundert nahm das Interesse an der ständisch differenzierten Kleidung ab. Die rangmässige Unterscheidung der Stände verlor immer mehr an Bedeutung. Nun war es auch dem Bauern möglich, sein Gwand nach seinem Geldbeutel und nach seinem Geschmack auszuwählen und zu tragen.

1860 bis 1880 sind dann diese regional unterschiedlichen Trachten fast in ganz Bayern ausgestorben.

 

Übergang zur Gebirgstracht

1886 übernahm Prinzregent Luitpold die Regierung Bayerns. Ihm lag die bayerische Tracht so am Herzen, dass er selbst zu allen möglichen öffentlichen und privaten Terminen die Gebirgstracht und die kurze Lederhose getragen hatte. Angeregt durch dieses „allerhöchste" Beispiel wurden nun die alten regional unterschiedlichen Trachten durch die so genannte „Miesbacher Gebirgstracht" ersetzt.

Diese Miesbacher Tracht war somit keine historische, regional gebundene Tracht, sondern eine erneuerte, aus historischen Elementen bestehende, zeitgemäße und vor allem tragbare Tracht, die um 1900 bereits in ganz Bayern getragen wurde.

 

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