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Home Brauchtum Januar
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Neujahr

Im alten Rom begann ein neues Jahr am 1. März. Julius Caesar brach mit dieser Tradition und legte in seinem Julianischen Kalender im Jahre 45 v. Chr. den Jahresanfang auf den 1. Januar. Im Jahre 1691 entschied sich auch die Kirche für den römischen Jahresbeginn. Lange Zeit hielt man sich aber noch an das frühere Datum für den Anfang eines neuen Kirchenjahres: das Fest Heilige Drei Könige am 6. Januar.

Seit langer Zeit misst man dem Neujahrstag eine große Schicksalsbedeutung für das beginnende Jahr bei. Früher musste zu Neujahr das Haus gereinigt sein, da sonst das ganze Jahr keine Ordnung herrschte. Wer am Neujahrstag nieste, sollte lange leben. Fremder Besuch während des Mittagessens am Neujahrstag bedeutete Unglück.

Nach altem Brauch werden am Neujahrstag Glückwünsche ausgetauscht. "Das Neujahr abgewinnen" zählt seit alters her zu den ersten Pflichten im neuen Jahr. Zuerst wünschen die Kinder allen in der Familie ein gutes neues Jahr. Bei Verwandten und Paten, beim Göd und bei der Godn, bekamen die Kinder für ihre Glückwünsche allerlei Geschenke. Belohnt mit kleinen Gaben wurden früher von den Bauern auch die Dienstboten, die Knechte und Mägde. Dieser Brauch ist heute ausgestorben.  

 

Dreikönigsfest am 6. Januar

Über die geschichtliche Existenz der Heiligen Drei Könige wissen wir fast nichts. Als ihnen in ihrem Heimatland eines Tages ein seltener Stern erschien, machten sie sich, unabhängig voneinander, auf den Weg. Nach einer 60 Tage langen Reise durch die Wüste sollen sie Jerusalem und schließlich Betlehem erreicht haben. Um 500 n. Chr. tauchten in einer Schrift aus Ägypten erstmals die Namen der drei Besucher auf: Kaspar, Melchior und Balthasar.

Die Weisen brachten dem Kind in der Krippe königliche Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Gold bedeutet Kraft und Weltherrschaft, Weihrauch gebührt Christus als Priester und Sohn Gottes, und Myrrhe schließlich ist ein Hinweis auf seinen Tod am Kreuz.

In den Tagen zwischen Neujahr und Dreikönig ziehen als Sternsinger verkleidete Kinder von Haus zu Haus. Nach altem Brauch singen sie Dreikönigslieder und wünschen allen im Haus eine gute Zeit, ein glückseliges neues Jahr. Um ihren Segenswunsch zu unterstreichen, schreiben sie an den Türstock mit geweihter Kreide ihre Initialen C + M + B, die vom Volksmund als die Anfangsbuchstaben für Caspar, Melchior und Balthasar gedeutet wurden. In Wirklichkeit handelt es sich dabei aber um einen lateinischen Segenswunsch:
"Christus Mansionem Benedicat - Christus segne dieses Haus"

Die Sternsinger werden überall freudig erwartet, weil man glaubt, dass sie Glück ins Haus bringen. Es soll auch der Saat gut tun, wenn sie über die Felder gehen. Bei den Umzügen der Sternsinger handelt es sich um Reste mittelalterlicher Dreikönigsspiele, die in Klöstern und Kirchen aufgeführt wurden. In manchen Gegenden war früher das Sternsingen bestimmten Berufsgruppen vorbehalten. So stand dieses Recht beispielsweise in Freising den Leineweibern zu.

Früher war es auch Brauch, dass am Vorabend des Dreikönigstages, der letzten großen Raunacht, Haus, Stallungen und Scheunen mit Weihrauch ausgeräuchert wurden, um sie dem Einfluss der bösen Geister zu entziehen. Mit dem Dreikönigswasser, dem man eine besonders große Segenskraft zuerkannte, wurden alle Räume besprengt, um jedwedes Unheil abzuhalten.

Im Bauernjahr hatte der Dreikönigstag einst eine große Bedeutung, denn bis ins 20. Jahrhundert galt er als Neujahrstag.

Im Moosburger Zehentstadel erwacht seit dem Jahre 2000 alle 3 Jahre die Weihnachtsgeschichte zum Leben. Mit der heiligen Familie samt Ochs, Esel, Hirten und Schafen wird die Lebende Krippe gestaltet. Es wird die Botschaft der Menschwerdung Gottes nachgestellt. So auch der Dreikönigszug. Prächtig kostümiert, zu Pferd, auf Kamelen und zu Fuß, ziehen die Weisen aus dem Morgenland am Dreikönigstag samt Gefolge zum Plan. Dort werden sie von König Herodes empfangen bevor sie im Stall von Betlehem Einzug halten.  

 

Bauernregel:
Kommt der Frost im Jänner nicht - zeigt im März er sein Gesicht

 

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