• Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

Pfingsten

9 Tage vor Pfingsten war Christus in den Himmel aufgefahren. Dabei hatte er versprochen, dass seine Jünger bald die Kraft des Heiligen Geistes empfangen würden. Pfingsten ist das Fest des heiligen Geistes, der auf die Apostel in Gestalt von Feuerzungen und begleitet von einem gewaltigem Brausen herabkam, als sie in Jerusalem versammelt waren. Sie verloren dadurch ihre Angst vor Verfolgung und konnten plötzlich in fremden Sprachen sprechen ("Pfingstwunder"). Danach begannen sie damit, von Jesus und seinen Taten zu predigen und den christlichen Glauben zu verkünden.

Der Zeitpunkt des Pfingstfestes berechnet sich nach dem Osterdatum, das fünfzig Tage zuvor stattgefunden hat und ist der feierliche Abschluss der Osterzeit. Der Name "Pfingsten" leitet sich aus dem griechischen Wort "pentecoste", das "fünfzigste", ab. Das Pfingstfest wird auch bezeichnet als "Geburtstag der Kirche". Als christliches Fest wird Pfingsten erstmals im Jahr 130 erwähnt.

Ab dem 6. Jahrhundert begann man damit, den Heiligen Geist in Form einer weißen Taube darzustellen und im Mittelalter sogar teilweise in Menschengestalt. Dies wurde jedoch von Papst Urban VII. (1590) wieder verboten. Seit 1775 ist die Taube die einzig erlaubte Darstellungsform.

Veranschaulicht wurde die Ausgießung des Geistes in der Barockzeit, indem man während der Messe aus dem "Heilig-Geist-Loch" im Deckengewölbe der Kirche eine lebendige, später eine hölzerne Taube als Symbol der dritten göttlichen Person auf die Kirchenbesucher herabschweben ließ. 

Ursprünglich wurde Pfingsten acht Tage lang gefeiert, später wurde es jedoch auf drei bzw. vier Tage und heute nur noch auf zwei Tage, Pfingstsonntag und Pfingstmontag, reduziert. 

Aufgrund des gleichen theologischen Hintergrundes wird in den Tagen nahe dem Pfingstfest auch das Sakrament der Heiligen Firmung gespendet.

 

Fronleichnam

Das prächtigste Kirchenfest, ist das Fronleichnamsfest, das am zweiten Donnerstag nach Pfingsten gefeiert wird. Es ist das "Hochfest des Leibes und Blutes Christi", wobei die Eucharistie als Opfer und Opferspeise (Kommunion), aber auch als Mittel zur Anbetung verehrt wird. Im Volksmund heißt der Fronleichnamstag auch "Prangertag" oder "Großer Antlasstag".

Das Fronleichnamsfest geht auf eine Vision der frommen belgischen Klosterschwester Julia aus Lüttich im Jahre 1246 zurück. Sie lebte als Nonne und Priorin im belgischen Kloster Mont Cornillon. Auf ihre Anregung hin führte Papst Urbau IV. im Jahre 1264 erstmals in Lüttich ein Fest zu Ehren der heiligen Eucharistie ein. Der päpstlichen Entscheidung ging ein Erlebnis eines böhmischen Priesters aus Prag voraus. Als er 1263 während seiner Pilgerfahrt nach Rom in der Kirche der heiligen Christina von Bolsena eine Messe feierte, zweifelte er inmitten der Eucharistie an der Verwandlung der Elemente in Leib und Blut Christi. Daraufhin zeigten sich bei der Wandlung blutrote Tropfen auf dem Altartuch. Diese Erscheinung bestärkte den Papst, dem Wunsch nach einem "Fest des Leibes Christi" zu entsprechen. Mit dem Fronleichnamsfest sollte der "Leib des Herrn", der in der Hostie gegenwärtig ist, besonders verehrt werden.

Schon bald nach Einführung des Festes war mit der Feier eine Prozession verbunden. Eine erste Prozession ist im Jahr 1273 in Benediktbeuern, im Jahr 1407 in Freising belegt. Bereits aus dem Jahre 1484 ist eine erste Münchner Prozessionsordnung überliefert, die den Zünften eine führende Stellung zuweist. Höhepunkte der Fronleichnamsprozession im späten Mittelalter waren "lebende Bilder", bei denen in prächtige Gewänder gehüllte Personen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament nachstellten. Im 17. und 18. Jahrhundert traten an die Stelle der Zünfte Bruderschaften in den Prozessionen.

Auf dem Lande fanden früher gewöhnlich zwei Fronleichnamsprozessionen statt: am Fronleichnamstag die "große" und am darauf folgenden Sonntag die "kleine" Prozession. Der eine Umzug ging durch das Dorf, der andere durch die umliegenden Fluren.

Die Feier des Festes hat bzw. hatte gewöhnlich folgenden Verlauf: Nach der Messe, die in der Kirche oder im Freien gefeiert wird, setzt sich die Prozession betend und singend in Bewegung. Der Prozessionsweg ist mit Birkenbäumchen eingesäumt, die Häuser werden mit grünen Girlanden und roten Tüchern geschmückt, auf der Straße werden Blumenteppiche ausgebreitet, dazwischen wird frisches Gras gestreut. Voraus geht das geschmückte Kreuz, gefolgt von den Schulkindern und den Erstkommunikanten, die Blumen auf den Weg streuen. Nach alter Tradition werden in den Prozessionen Fahnen, Standarten, Heiligenbilder, Figuren, Leuchter und Kerzen mitgetragen, die von den Vertretern der örtlichen Vereine, Berufsgruppen und Bruderschaften getragen werden. Natürlich fehlen fast nirgends Musikanten, die die vertrauten Fronleichnamsgesänge intonieren. In der Mitte des Zuges schreitet unter dem Traghimmel, dem Baldachin, der Geistliche mit dem Allerheiligsten, der Hostie, sichtbar in der goldenen Monstranz, flankiert von den Ministranten. Unmittelbar dahinter kommen die Honoratioren. In München ging zu Zeiten der Monarchie hinter dem Allerheiligsten immer auch der König mit. Heute sind es Mitglieder der Staatsregierung sowie Vertreter des Landtages und der Stadt. An vier Stellen des Umgangs sind Altäre, reich geschmückt mit Birkenbäumchen und Blumen errichtet, an denen der Pfarrer den Anfang eines der vier Evangelien feierlich vorträgt. Jeweils zum Schluss erteilt er den Wettersegen.

In machen Gegenden werden bei der Prozession kleine Kränze aus Birkenlaub, Wiesenblumen, Kräutern und Gräsern, so genannte "Fronleichnamskranzl" mitgetragen. Von jeher wird diesen Kränzen eine große Segenskraft zugesprochen, weshalb man sie in der Stube in den Herrgottswinkel hängt, um das Haus vor Unwetter zu schützen. Ähnliche Kräfte werden auch den Birkenzweigen, den "Prangerstauden", nachgesagt, die am Prozessionsweg aufgestellt werden. Man reißt sie nach der Prozession ab und steckt sie in die Wohnräume, in den Stall und in die Scheune. Das Prangergras, das man auf den Prozessionsweg streut, mischte man früher dem Vieh unter das Futter.

 

Johannisfeuer (Sonnwendfeuer)

Sommersonnenwende - die Sonne hat den höchsten Stand des Jahres erreicht. Nach einem sehr alten Brauch, der in vorchristliche Zeiten zurückreicht, werden deshalb auf Anhöhen Sonnwendfeuer entzündet. Dem beliebten heidnischen Brauch versuchte die Kirche schon frühzeitig dadurch entgegenzuwirken, dass sie das Namensfest des heiligen Johannes des Täufers (24. Juni) mit dem Sonnwendfeuer in Verbindung brachte. So erklärt es sich auch, dass das Sonnwendfeuer bei uns zum Johannisfeuer geworden ist.

Gemeinsam wird das Holz beschafft und zu riesigen Stößen aufgeschichtet. Wenn das Feuer angezündet ist, verfolgen alle, wie sich die Flammen den Holzstoß hinauffressen. Die Jugend wartet darauf, über die Glut zu springen, einzeln oder auch paarweise, was nach altem Volksglauben Glück bringen soll. Ein junges Paar kann mit einem mutigen Feuersprung offen seine Liebe zeigen, auch dann, wenn es nicht immer zum Heiraten reicht. Früher wurden dem Johannisfeuer außergewöhnliche Segenskräfte nachgesagt. So glaubte man, dass es Mensch und Tier vor Krankheiten schützt und Lebenskraft spendet. Die Asche verstreuten die Bauern über die Felder, was die Fruchtbarkeit anregen sollte.

Aber auch der Heilige Johannes wird am 24. Juni, seinem Namensfest, gefeiert. In Moosburg wird das Patrozinium der Sankt Johanneskirche, die bis 1803 die Moosburger Pfarrkirche war, mit einer schönen Messe gefeiert.

Vor Johanni bitt um Regen, nachher kommt er ungelegen. (Bauernregel) 

 

Siebenschläfertag

Der 27. Juni war ein wichtiger Lostag für das Wetter der kommenden sieben Wochen. Die Bauern beobachteten die Wetterverhältnisse früher genau und machten Tage, die in der Vergangenheit einen Scheidepunkt markierten, am liturgischen Kalender fest. Eine dieser Wiederholungen trat Ende Juni auf: Regnete es Ende Juni und vor allem am Siebenschläfertag, sollte das Wetter die nächsten Wochen so bleiben. Dass die Bauern mit ihrer Regel nicht zu falsch lagen, beweist die Statistik. Zu fast 70 % erweist sich der Grundsatz als richtig. 

Seinen Namen erhielt Siebenschläfer aber nicht von dem Nagetier, das sieben Monate lang Winterschlaf hält, sondern von einer Kirchenlegende um sieben fromme Brüder. Die Legende berichtet, dass im Jahre 251 die sieben Brüder mit den Namen Maximianus, Malchus, Martinianus, Constantinus, Dionysius, Johannes und Serapion vor der Verfolgung unter Kaiser Decius in eine Höhle im Berg Kalion bei Ephesos flüchteten. Dort schliefen sie ein und wurden, versehentlich oder mit Absicht, eingemauert. Als Bauern durch Zufall 195 Jahre später (es heißt am 27. Juni) die Höhle entdeckten, sollen die Brüder erwacht sein. Nach der Legende ging einer der Männer zum Brotkaufen in die nun für ihn völlig veränderte Stadt und bezahlte mit einer Münze, die das Bild von Kaiser Decius trug. Der Bischof und selbst Kaiser Theodosius II. sollen daraufhin herbeigeeilt sein, um sich das Wunder anzusehen. Die sieben Brüder starben alsbald, von einem Heiligenschein umgeben. Die katholische Kirche wählte sich als den Gedenktag für die sieben Brüder den 27. Juni.

Die Heiligen gelten als Patrone gegen Fieber und Schlaflosigkeit, wogegen sich im Volksglauben ein kommodes Mittel verbreitete. Demnach hilft es, die Namen der Sieben auf einen Zettel zu notieren und unters Kopfkissen zu legen.

Der 27. Juni konnte während der Zeit des julianischen Kalenders, also zwischen seiner Übernahme im abendländischen Raum bis zur Reform durch Papst Gregor XIII. im Jahre 1582, allerdings nicht am Datum festgemacht werden. Da das julianische Jahr um 0,0078 Tage zu lang ist, hatten sich der Tag über die Jahrhunderte um etwa 10 Tage auf den heutigen 7. Juli vorgeschoben. Der gregorianische Kalender strich die zehn überzähligen Tage bei seiner Einführung. Das ausschlaggebende Datum der Bauernregel ist heute also zwischen Ende Juni und Anfang Juli zu suchen. 

Ist der Siebenschläfer nass, regnet's weiter ohne Unterlass (Bauernregel)

 

Peter und Paul

Der 29. Juni ist ein Gedenktag an den überlieferten Todestag der Apostel und Kirchenväter Simon Petrus (Heiliger Petrus) und Paulus von Tarsus (Heiliger Paulus). Dieser Tag ist ein katholisches Hochfest, das sich bis in das Frühchristentum der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts zurückverfolgen lässt.

Zeitnah zu diesem Tag finden in vielen katholischen Diözesen Priesterweihen statt. Die Priesterweihe wird durch einen Bischof im Rahmen einer feierlichen Heiligen Messe vollzogen. Nach dem Kyrie werden die Kandidaten namentlich aufgerufen. Der Predigt des Bischofs folgen Gehorsamsversprechen und die Herabrufung des Heiligen Geistes. Zentrale Handlung der Weihe ist die schweigende Handauflegung und das anschließende Weihegebet. Anschließend folgen die rituelle Salbung der Hände mit Chrisam, das Anlegen der Kasel und die Überreichung von Kelch und Hostienschale. Als rechtsverbindlicher Akt wird das öffentliche und freiwillige Weiheversprechen der jeweiligen Weihekandidaten, das während des Weiheritus' abgelegt wird, angesehen.

So wird auch im Hohen Dom zu Freising, im Mariendom, jedes Jahr zu dieser Zeit durch den Freisinger Erzbischof Kardinal Reinhard Marx die Priesterweihe vollzogen. Anschließend finden in den Heimatgemeinden der Neupriester die Primizfeiern statt. Außerdem wird eine Nachprimiz in der Ausbildungspfarrei gefeiert, die in Moosburg immer am Kastulus-Fest (erstes Juli-Wochenende) gefeiert wird.

Im Jahre 2011 durften wir Moosburger die Nachprimiz von Neupriester Konrad Roider feiern.

 

Design by i-cons.ch / etosha-namibia.ch