• Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Home Brauchtum September
Home Brauchtum September

Oktoberfest

Das Münchner Oktoberfest, das größte Volksfest der Welt, hat seinen Ursprung in einer königlichen Hochzeit. Die Vermählung des bayerischen Kronprinzen Ludwig, des späteren Ludwig I., mit der Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen, am 12. Oktober 1810. Das Hochzeitsfest wurde überaus prunkvoll gefeiert und dauerte 5 Tage. Es sollte eine Ovation an das Herrscherhaus des jungen Königreiches sein und sollte den Charakter eines "Nationalfestes" erhalten, in dem nach der staatlichen Neugliederung die Einheit der zusammenwachsenden Stämme Altbayern, Schwaben, Franken und Pfälzer sichtbar wurde. Einen abschließenden Höhepunkt stellte am 17. Oktober ein Volksfest mit Pferderennen dar. Bei diesem Volksfest gab es allerdings noch kein Bier, das wurde erstmals 1818 angeboten. Hier tauchte auch erstmals ein "Carussel, eine teutsche und russische Schaukel, ein Ballonschutzer und eine Taubenscheibe" auf. Dieses Volksfest fand bei den Münchnern und beim Landvolk unerwartet großen Anklang, und so wurde durch einen königlichen Erlass die alljährliche Wiederholung zugestanden. Schon bald bürgerte es sich auch ein, dass jede Münchner Brauerei auf der "Theresienwiese", wie der Festplatz nach der jungen Königin benannt wurde, mit einem eigenen Bierausschank vertreten war. Im Laufe der Jahre bekam die Wiesn ihr heutiges Gesicht mit Bierbuden und Schaustellergeschäften. Zu den Klassikern gehören der Flohzirkus, das Teufelsrad, die Krinoline und das Riesenrad. Seit 1816 ist auch der Glückshafen dabei, der aus dem Gedanken der Wohltätigkeit gegenüber den Armen heraus entstand. Aus Rücksicht auf die Witterung wurde das Oktoberfest in den September vorverlegt. Es endet traditionell am ersten Sonntag im Oktober.

Zunächst übernahm der landwirtschaftliche Verein die Ausrichtung dieses Festes und hielt zusätzlich ein Landwirtschaftsfest ab, das auch bis heute alle 4 Jahre stattfindet. Ab 1819 nahm die Stadt die Ausrichtung der Wiesn in die Hand.

Eine besondere Sehenswürdigkeit und nicht mehr wegzudenken ist der große Schützen- und Trachtenumzug am ersten Wiesensonntag. Dieser Umzug geht auch auf das Gründungsjahr 1810 zurück. Damals wurden als Ehrenerweis an das königliche Paar 32 Münchner Kinder in verschiedenen Trachten der Regionen des Königreiches eingekleidet. Die jungen Trachtler durften dem Brautpaar einen Lorbeer- und Myrtenkranz und Blumen überreichen. Eine Huldigung der Schützen in Form eines Festschießens fand erstmals im Jahre 1816 statt.

Den Trachten- und Schützenzug, so wie man ihn heute kennt, gibt es erst seit 1949. Er nimmt immer seinen Anfang in der Maximilianstraße und bewegt sich auf einem 7 Kilometer langen Weg durch die Innenstadt zur Theresienwiese.

Auch die Moosburger sind bei diesem Zug vertreten. Der Kolping-Spielmannszug spielt regelmäßig, die Stadt Moosburg stellt einen Festwagen mit dem Kastulus-Münster und auch die Isartaler Trachtler sind mit Stolz ab und zu mit dabei.

 

Herbstschau

Der Aufhänger war eine Landgestütspreisverteilung, die von der kgl. Landgestütsverwaltung München alljährlich an interessierte Städte und Märkte vergeben wurde. So kam es, dass auch in Moosburg , erstmals 1862, eine Herbstschau, ein landwirtschaftliches Bezirksvereinsfest, wie man es damals bezeichnete, aufgezogen wurde. Die Feier hatte einen Glückshafen (zugunsten der Stadtarmen), Pferderennen, Festschießen und "sonstige Volksbelustigungen" zum Inhalt und als Festplatz dienten die Schloß-Asch-Wiesen. Der günstige Verlauf fand viel Anklang und gab dem verödeten Städtchen neues Leben. Wegen des großen Stadtbrandes mußte 1865 das folgende Volksfest ausfallen. Zusammen mit dem Landwirtschaftlichen Bezirksverein Moosburg wurde 1869 das zweite Fest abgewickelt. In ähnlicher Weise wie das 1862 abgehaltene Fest. Unter anderem mit einer Ausstellung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen (in eigenen Ausstellungsräumen).

Mittags 12 Uhr setzte sich vom Rathaus der Festzug mit den Korporationen, Vereinen und Festwagen mit Musik durch die Straßen der Stadt zum Festplatz in Bewegung. Für die Gestellung der drei schönsten Festwagen wurden Geldpreise mit Fahnen zuerkannt.

Auf dem Festplatz fand die Musterung der Pferde statt. Die Beschälstationen von Landshut, Erding, Taufkirchen, Dorfen, München und Moosburg standen sich hier als Konkurrenten gegenüber. Anschließend war Preisverteilung. Ebenfalls auf der Festwiese fand die Musterung des Preisviehes (Rindvieh, Schafe und Schweine) statt.

So ging es in unregelmäßigen Abständen weiter. 1879 lautete das Festzugmotto "Die 4 Jahreszeiten" und seit 1887 ist die Gersten- und Hopfenausstellung ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil. 1898 wurde erstmalig eine Wasserleitung zum Festplatz geführt und 1906 erstrahlte die Wiese das erste Mal im Lichte der Elektrizität. 1922 war die Feier letztmals auf den Schloß-Asch-Wiesen. 

Von 1924 an ist diese gesellschaftliche Veranstaltung unter dem offiziellen Namen "Herbstschau Moosburg" mit ihrem neuen Standort auf dem Viehmarktplatz eine jährliche Einrichtung. Sie wird veranstaltet im Zusammenwirken mit dem Moosburger Amt für Landwirtschaft. Im gleichen Jahr trat auch der Gewerbe- und Handelsverein Moosburg zum ersten Mal mit einer Gewerbeausstellung an die Öffentlichkeit. Die Herbstschau fiel von 1939 mit 1947 aus.

Der Herbstschau-Mittwoch war ein (inoffizieller) regionaler Feiertag, an dem die Betriebe in Moosburg geschlossen waren, um die Beteiligung am Umzug durch die Stadt zu ermöglichen. Die Beteiligung am Umzug hatte allerdings immer mehr nachgelassen. Darum verlegte man den Umzug auf einen Sonntag. Man versprach sich durch die Verlegung auf's Wochenende wieder mehr Interesse am Herbstschau-Umzug. Der "Feiertag" hörte sich irgendwann einfach auf. 

Heute findet der Herbstschau-Umzug immer noch statt, jedes Jahr unter einem bestimmten Motto. Festwägen mit den Ehrengästen, Vereine aus Moosburg und Umgebung, Schul- und Kindergartenkinder, Sportgruppen und Musikgruppen gehen fleißig mit und freuen sich, wenn jede Menge Zuschauer am Wegesrand stehn und damit die viele Arbeit, die in den einzelnen Wägen bzw. Vorbereitungen steckt, honorieren. Leider lässt auch die Zahl der Zuschauer immer mehr nach.

Nach wie vor gibt es auch heute noch die Hopfen- und Gerstenschau (im Rot-Kreuz-Haus) und auch die Gewerbeschau.

 

 

Design by i-cons.ch / etosha-namibia.ch