• Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Home Unser Verein Vereinsgeschichte
Home Unser Verein Vereinsgeschichte

Vereinsgeschichte

Der "Volks- und Gebirgs-Trachten Erhaltungs-Verein Isartaler Moosburg" wurde am 05. Januar 1923 gegründet.

Am Gründungstag traten noch 12, eine Woche später nochmal 5 Personen als Mitglieder bei. Der Zustrom hielt an und somit konnte das Jahr 1923 mit einem Mitgliederstand von 41 Leuten abgeschlossen werden. Leider gab es aber auch 5 Austritte, so dass also 36 Mitglieder übrig blieben. Gründungsvorstand war Bertl Oberhofer, der später von Sepp Speckmeier und dieser von Peter Reif abgelöst wurde. Das Gründungs- und gleichzeitig Vereinslokal war der "Andrä-Bräu".

Das Grundungsfest hielten unsere Vorfahren im Sommer des gleichen Jahres ab. Es fand in der Turnhalle statt. Es kamen viele Gebirgs- und Volkstrachtenvereine aus verschiedenen Gauen Bayerns und machten damit das Fest zur schönsten Veranstaltung des Jahres. Schwierigkeiten hatte nur der Kassier, der das eingenommene Eintrittsgeld in einigen Waschkörben nach Hause transportieren musste. Zum Zählen brauchte er einen ganzen Tag. Samtdem war es nichts wert, denn es war Inflationszeit.

Im September des Jahres 1923 trat der Verein dem Isargau bei.

Nach dem Erfolg des Gründungsfestes kam im herbst des gleichen Jahres noch ein offenes Preisplatteln dazu, welches auch sehr großen Anklang in der Öffentlichkeit fand.

1924 kam noch eine Trachtenkapelle zum Verein, die sich aber selbstständig verwaltete. Allerdings kam es 1926 zu Unstimmigkeiten mit den Musikanten und so trennte man sich wieder davon.

Im Protokollbuch steht vermerkt: Der Verein schlief langsam ein. Bis 1930 findet man keine Eintragung mehr im Buch.

Am 1. Juni 1930 erwachte der Verein aus seinem Dornröschenschlaf. Als Wecker betätigten sich 11 Mitglieder, die wieder eine aktive Gemeinsachaft wollten. Zudem kamen an diesem Tag noch 25 Neuaufnahmen dazu, so war der Verein plötzlich auf 36 Mitglieder angewachsen. Anscheinend war man dem Isargau nicht mehr angeschlossen, denn es bemühte sich ein gewisser Adolf Schmidt, der ein paarmal bei Vereinsabenden anwesend war, uns zum Gau Oberbayern zu bringen.

Das erste Gruppenpreisplatteln besuchten wir 1931 während des Volksfestes in Erding. Die Freude war natürlich groß, als wir noch dazu gleich den 1. Preis, einen Zinnkrug mit nach Hause brachten.

Viel berichtet wird von der Moosburger Herbstschau, die der Verein immer aktiv mitgestaltete. Dabei stiftete die Stadt 50 RM für den Ankauf von Trachten und vom Festwirt, dem Brauereibesitzer Gandorfer, bekamen die Unsrigen einen 2 Liter Humpen. Die Maß Bier kostete übrigens für die Trachtler 50 Pfennig.

Bei der Herbstschau 1932 stellte der Verein gleich vier Festwagen, die unter dem Motto: "Von der Wiege bis zum Grab" dekoriert waren.

1932 wurde auch zum ersten Mal Theater gespielt. Das Stück hieß: "Der Narrenzettel". Der Reinerlös ging an die Stadt Moosburg zu Gunsten des Winterhilfswerks.

Das erste Faschingskränzchen fand 1933 im Februar statt und endete mit einem Überschuss von 20 Reichsmark.

Auch beim offenen Preisplatteln im Juni 1933 in Nandlstadt holte sich unsere Gruppe wieder einen 1. Preis.

Nun reifte der lang gehegte Wunsch, eine Vereinsfahne anzuschaffen. Zur Finanzierung gab es eine Einzeichnungsliste, in der jedes Mitglied ein Darlehen von 5 RM eintragen durfte (musste). Gleich zum Jahresanfang, also am 1. Januar 1934 fand eine Versammlung statt. Dabei fasste man den etwas seltsamen Beschluss, von einer Fahnenweihe Abstand zu nehmen, und das dazu noch einstimmig. Dies erboste den damaligen "Vereinsführer" Hans Wirth sehr. Im Laufe der Zeit konnte er seine Schäflein doch noch umstimmen, zumal in der Frühjahrsgauversammlung im März die Ausrichtung des diesjährigen Gaufestes unserem Verein übertragen wurde. Die Fahne bestellte man bei der Fahnenstickerei Auer zum Preis von 500 RM nach einem Entwurf von Professor Mederer. Um Übernahme der Patenschaft ersuchte man den GTEV Loisachtaler-Stamm München, und dieser nahm sie mit Freude an. Die Fahnenweihe, verbunden  mit dem Gaufest, sollte am 12. August stattfinden.

Die erste schlechte Nachricht erlebten unsere Mitglieder, als 5 Wochen vor dem Fest unser Herbergsvater nicht mehr als Festwirt mitmachen wollte. Innerhalb von 8 Tagen fand sich ein Ersatz. Die zweite schlechte Nachricht war, dass am 2. August 1934 der sehr beliebte und geschätzte Reichspräsident Paul von Hindenburg starb. Das war natürlich das Aus für unser Fest. Dieses wurde somit auf den 25. und 26. August 1934 verschoben und dann auch durchgeführt. Die Fahne bekam ihre Weihe beim Festgottesdienst im schönen St. Kastulus-Münster. Um 14 Uhr setzte sich der Festzug mit 1100 Trachtlern mit 62 Fahnen in Bewegung. Ein herrliches Fest für unsere Stadt Moosburg.

Dann kam der 2. Weltkrieg. 17 Burschen wurden zum Militär eingezogen und bald kamen auch die traurigen Nachrichten vom Tod einiger Kameraden. Die Heimat sahen nicht mehr:
Anton Summer, Peter Maier, Martin Bauer, Hans Wiesheu, Josef Limmer, Michael Satzl
vermisst: Hans Bauer

Die Vereinsabende wurden am 30. März 1940 ganz eingestellt.

Die erste Zusammenkunft nach dem Krieg war am 9. März 1946 im Gasthaus Thanner. Es waren von den Mitgliedern insgesamt 14 Deandl und Buam übriggeblieben. Aber noch am gleichen Abend konnten 35 Neuaufnahmen getätigt werden. Bei den Wahlen gab es folgendes Ergebnis:
1. Vorstand: Albert Oberhofer
2. Vorstand: Josef Winter
1. Kassier: Xaver Reichardt
2. Kassier: Ludwig Strobl
1. Vorplattler: Richard Becker
2. Vorplattler: Hans Griesbacher
Schriftführer: Wally Wiesheu
Materialverwalter: Hans Griesbacher
Fähnrich: Lukas Meier
Vereinsdiener: Lukas Meiser
Revisoren Simon Gruber und Josef Brandl

Zum Jahresende 1946 bestand der Verein aus 53 Buam und 24 Deandl.

1953 übergibt Albert Oberhofer das Amt des 1. Vorstandes an Richard Becker.

Das 40. Gründungsfest wurde im kleinen Rahmen mangels aktiver Mitglieder am 20. Juli 1963 im Vereinslokal abgehalten.

Bis zum Jahre 1968 war ein ständiger Wechsel in der Vorstandschaft. Nun tauchte in diesem Jahr zum ersten Mal der Name Rudolf Hochleitner auf, der das Amt des 1. Vorstandes übernimmt. Der Mitgliederstand lag bei 61 Personen. Rudolf Hochleitner ist heute unser Ehrenvorstand. Die Vereinsgründer Rosa Winter, Josef Winter, Albert Oberhofer und Hans Griesbacher wurden am 18. April 1970 zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Einen Beitrag zur 1200 Jahrfeier der Stadt Moosburg leistete unser Verein, indem er das 10. Isargausingen und -musizieren am 10. Oktober 1971 in der Stadthalle veranstaltete. Mit knapp 500 Besuchern und zahlreichen Gesangs- und Musikgruppen war dies ein voller Erfolg.

Nun ging es langsam aber sicher unserem 50. Jubiläumsfest entgegen. Nach umfangreichen Vorbereitungen war es am 1. September 1973 so weit. Es war ein großer Heimatabend in der Stadthalle geplant. Doch bereits am Vormittag des gleichen Tages wurde zu Ehren der verstorbenen und gefallenen Mitglieder in der Pfarrkirche ein Gedenkgottesdienst zelebriert. Am Abend fand dann der große Heimatabend statt, bei dem die Stadthalle restlos überfüllt war und viele Interessenten wieder nach Hause gehen mussten, da sie keinen Platz mehr bekamen. Außer 25 Trachtenvereinen, die gekommen waren, war auch die Moosburger Bevökerung sehr zahlreich vertreten. Es war ein voller Erfolg.

Beim Landestrachtenfest 1974 in Landshut waren wir natürlich mit dabei.

Als nächstes befasste man sich mit der Gründung einer Jugendgruppe. Ein allgemeiner Aufruf in der Tageszeitung hatte guten Anklang gefunden und so wurde der erste Probeabend auf den 15. März 1975 festgesetzt. Dieser fand im Vereinslokal "Drei Tannen" statt. Vorstand Rudi Hochleitner konnte an die 25 Jugendliche und Kinder dabei begrüßen. Schon im Juli des gleichen Jahres hatte diese Jugendgruppe ihren ersten Auftritt bei unserem Gartenfest, den sie bestens bestand.

Nach 30jähriger Tätigkeit als Vorplattler legte Richard Becker im Alter von 72 Jahren sein Amt überraschend bei der Jahreshauptversammlung 1976 nieder. Bei der Weihnachtsfeier wurde Richard Becker mit der Ehrennadel ausgezeichnet und ihm die Ernennungsurkunde zum Ehrenvorplattler ausgehändigt.

Allmählich bedurfte die Fahne einer gründlichen Renovierung. Da diese aber sehr teuer ausgefallen wäre, befassten sich die Isartaler mit der Anschaffung einer Neuen. Von nun an wurde fleißig gespart, und jeder Pfennig, der bei Weihnachtsfeier oder Gartenfesten übrig blieb, in die Fahnenkasse investiert.

Am 6. und 7. Mai 1978 konnten wir dann das schöne Fest der Fahnenweihe, verbunden mit dem 55. Gründungsfest feiern. Es war eine gelungene Feier, welche von uns und der Moosburger Bevölkerung nicht so leicht vergessen wird.

Das 60. Gründungsfest am 15./16. und 17. Juli 1983 war einer der Höhepunkte in der Vereinsgeschichte der Isartaler. Es begann bereits am Freitag mit einer Bierprobe im Festzelt. Am Samstag fand dann der große bayerische Heimatabend statt, bei dem das Festzelt restlos ausverkauft war. Am Sonntag sah Moosburg einen farbenprächtigen Kirchenzug zum Kastulusmünster, vor dem der Festgottesdienst zelebriert wurde. Anschließend war die Totenehrung am Kriegerdenkmal. Aber erst am Nachmittag, als sich der Festzug durch Moosburgs Straßen bewegte, war eingentlich der Höhepunkt des Festes erreicht. Zahlreiche Vereine beteiligten sich daran und für tausende von Zuschauern war es ein einmalig schönes Erlebnis.

Einen gemütlichen Hoagarten hielten wir Isartaler am 8. November 1986 im Vereinslokal Drei Tannen. Außer etlichen Trachtenkameraden unseres Patenvereins aus Freising und des Brudervereins Neubeurer aus München waren auch viele Moosburger Bürger und Bürgerinnen gekommen. Der Abend nahm einen schönen Verlauf.

Zum Jahrtag am 3. September 1989 ließen wir unsere doch noch neu renovierte Fahne von 1934 nachweihen. Leider spielte Sankt Petrus nicht so mit, wie wir wollten. Es regnete und so musste der Kirchenzug und die Kranzniederlegung eben unter Regenschirmen stattfinden. Im St. Kastulusmünster vollzog Kaplan Albert Lang die Fahnennachweihe. Danach ging's in die Turnhalle, wo der Tag mit einem Hoagarten einen harmonischen Abschluss fand.

Bei der Jahreshauptversammlung am 20. Januar 1990 konnte unser nun über zwei Jahrzehnte als 1. Vorstand tätige Rudi Hochleitner über einen guten Abschluss des vergangenen Vereinsjahres berichten. Wie seit langem schon praktiziert, waren wir bei der Trachtenwallfahrt nach Maria Thalheim mit dabei sowie bei vielen Festlichkeiten gut vertreten. Der Verein zählt zu dieser Zeit 130 Mitglieder.

1993 konnte der Verein auf sein 70jähriges Bestehen zurückblicken. Das wurde am 18. Juni mit einem Heimatabend und am 20. Juni mit Gottesdienst und Festzug gefeiert. Am Heimatabend beteiligten sich außer unserer aktiven Tanzgruppe und unserer Jugend die Stadtkapelle Moosburg, die Volksmusikgruppe Huber, der Männerchor der Eghalanda Gmoi Moosburg (Patenkinder), Patenverein Almrausch Edelweiß Stamm Freising sowie die Gaugruppe des Isargau. Durch das Programm führte Albert Büchl jun. Am Festsonntag kamen 42 Vereine und 4 Musikkapellen zum Festzug durch Moosburg. Es ist alles reibungslos und zufriedenstellend verlaufen.

Bei der Jahreshauptversammlung mit Neuwahl am 07.10.1995 wurde zum 1. Mal mit Irmgard Baldauf, ein Deandl zum 2. Vorstand gewählt. Sie löste den altbewährten 2. Vorstand Hans Rott, der aus Altersgründen nicht mehr kandidierte ab.

Am 2. März 1997 richtete unser Verein zum 3. Mal das Volksliedersingen und -musizieren des Isargaus, in der Moosburger Stadthalle aus.

Viel Sonnenschein war uns beim 75jährigem Gründungsfest am 21. Juni 1998 beschert. Über 30 Vereine feierten mit uns.  Die Höhepunkte waren selbstverständlich der Kirchenzug, der Festgottesdienst im Kastulusmünster und der Festumzug. Leider ließ die Beteiligung der Moosburger Bürger etwas zu wünschen übrig. Der Erlös des Gründungsfestes war für die Jugendarbeit bestimmt.

2001 wurde der Vorstand Rudolf Hochleitner nach 33 Jahren an der Spitze des Vereins als Ehrenvorstand ausgezeichnet. Er wurde als Vorsitzender des Trachtenvereins von Irmgard Baldauf abgelöst. Mit 15 zu 11 Stimmen gewann sie die Wahl. Rudi war froh darüber, dass sich endlich ein zweiter Kandidat aufstellen ließ und er sich nach mehr als drei Jahrzehnten in führender Position nun zur Ruhe setzen könne. Aber er betonte: "I bin a Trachtler und i bleib a Trachtler"

 

 

Design by i-cons.ch / etosha-namibia.ch